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Förderverein Städtepartnerschaften und Europäische Begegnungen Neu-Isenburg e.V.

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Geschichte von Chiusi  

  

Chiusi liegt ganz im Süden der Provinz Siena an der Grenze zu Umbrien und unweit von Latium. Für alle an Geschichte, Sagen und Tradition Interessierten ist Chiusi ein ideales Reiseziel. In dieser altehrwürdigen Stadt hat man immer wieder Möglichkeiten, etwas Außergewöhnliches zu entdecken.

Der Ursprung von Chiusi geht auf das 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Damals lagen auf seinem Hügel erste überwiegend von Agrarwirtschaft geprägte Dörfer.  

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

Foto von  Christian Kahnke

 

Seinen Reichtum verdankte Chiusi - (Etruskisch: Clevsin) vor allem der Fruchtbarkeit des Schwemmlandes und der strategischen Position entlang einer wichtigen Handelsstraße.

Chiusi entwickelte sich dann zu einer der wichtigsten Etrusker-Städte, als im fortgeschrittenen 6. Jahrh. v. Chr. König Porsenna Rom belagerte und wohl auch eroberte. 89 v. Chr. erhielten die Bürger von Chiusi die römische Staatsbürgerschaft. Die Stadt Chiusi - (Lateinisch: Clusium) erfuhr in der Kaiserzeit einen weiteren Aufstieg wegen ihrer strategischen Position an der »Via Cassia« und am damals schiffbaren Fluss Clanis, der in den Tiber mündete.

Die christliche Gemeinde wuchs ziemlich schnell und wurde schon im 3. Jahrh. Bischofssitz. Die Bedeutung des christlichen Lebens in der Stadt wird besonders durch die Kathedrale des hl. Secondianus (6. Jahrh. n. Chr.) und die beiden Katakomben der hl. Mustiola und der hl. Katharina bestätigt. In der Folge wurde Chiusi Sitz eines Langobardischen Fürstentums und verlor zunehmend an Bedeutung.

Ein kritischer Moment seiner Geschichte fällt mit dem Versumpfen der Chiana zusammen. Erst im 19. Jahrh. konnte man das Tal trockenlegen und es erlangte wieder einige Bedeutung. 

 

Der See von Chiusi und der »Sentiero della Bonifica«

Der Chiusi-See befindet sich ca. 4 km vom historischen Zentrum entfernt in der südlichsten Gegend des Chianatales. Mit dem See von Montepulciano bildet er heute den Rest des übriggebliebenen Sumpfgebietes, das sich einst über das ganze Tal ausdehnte. Ein Kanal verbindet noch heute die beiden Seen.

Um diesen See ranken sich viele Legenden und Traditionen. Schon seit dem Altertum war der See für Chiusi von großer Bedeutung. Die Stadt hat immer ihren Besitz auf das Seewasser geltend gemacht. Die beiden Türme mit den ungewöhnlichen Namen, »Beccati Questo« (steck du das ein) und »Beccati Quello« (steck du jenes ein) bezeugen die alten Rivalitäten zwischen Umbrien und der Toskana. Sie markieren bis heute die Grenze zwischen den beiden Regionen.

Der See hat eine große Bedeutung für die Umwelt wegen der vielen Fischarten, die ihn beleben, wegen der zahlreichen Seepflanzen besonders aber wegen der vielen Wandervögel, und vieler geschützter Arten. Ein wahres Paradies für die Liebhaber der Natur und für alle, die sich für das Beobachten von Vögeln begeistern.

Der See befindet sich der Radwanderroute »Sentiero della Bonifica«, die etwa 62 km lang ist und Chiusi mit Arezzo verbindet.

Der Radwanderroute zieht sich, fast ohne Höhenunterschied, dem »Canale della Chiana« entlang und bietet einen ebenen Weg durch die Natur, die Geschichte und ihre Traditionen.

 

Mehr Infos  

 http://www.comune.chiusi.siena.it/

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto Christian Kahnke

 

 Sehenswürdigkeiten 

Nationales Etruskisches Museum

Das etruskische Museum wurde 1871 gegründet und 1901 in einem Gebäude in klassizistischem Stil untergebracht. Es ist bedeutend wegen vieler Funde, die sich hier befinden und über die gesamte etruskische Geschichte berichten.

Die heutige, 2003 eingeweihte Ausstattung, ist chronologisch und thematisch geordnet und erstreckt sich über zwei Etagen.

Bedeutendes Augenmerk ist auf die Restaurierungsarbeiten gerichtet, die den wichtigsten Sammlungen aus dem 18. und 19. Jahrh. sowie den reichen Ausgrabungen entstammen. Hier wird die etruskische Zivilisation dargestellt durch Canopi (typische anthropomorphe Aschenurnen), Vasen aus Tonmasse und Bronze, Vasen aus Bucchero mit zylinderförmigem Dekor stark lokaler Prägung, Grabskulpturen aus Stinkstein, Sarkophagen und Aschenurnen aus Alabaster und Terrakotta. Ausgestellt sind auch importierte Funde, wie attische Keramik oder römisches Material, darunter ein schönes Jugendporträt des Augustus.

Wichtig sind auch die interessanten Funde langobardischer Gräber als Zeugnisse der Geschichte von Chiusi.

   

Grab der Pilger

Man entdeckte das vom Ende 4. bis zum 2. Jahrh. v. Chr. benutzte Grab bei Straßenbauarbeiten im Jahre 1928. Es besteht aus einem langen Dromos (Zugang) aus Sandstein; von ihm aus führt es in vier kleine Grabnischen und drei verschiedenen große Kammern. Darin befanden sich größtenteils Urnen und Sarkophage von ursprünglich siebzehn Begräbnisstätten. Der in der großen innersten Kammer geöffnete Deckel ist Beweis für eine frühere Grabschändung. Das Grab gilt als bedeutendes Beispiel eines Familiengrabes aus hellenistischer Zeit.

 

Grab des Affen

Bekanntestes Grab der Nekropolen von Chiusi ist das Affen-Grab vom Anfang des 5. Jahrh. v. Chr. Im Jahr 1846 von Alessandro François entdeckt, besteht dieses Grab aus einer Vorhalle und drei Kammern mit schönen Decken und Totenbetten aus Sandstein. An der Wand der Vorhalle sind die zu Ehren des Verstorbenen ausgetragenen Spiele dargestellt: Wettrennen von Zweispännern, Seiltänzer, Kämpfer, Ringer im Beisein eines Richters, Musikanten mit Flöte, und ein kleiner an einen Busch gebundener Affe, der dem grab den Namen gab. An der Eingangswand ist eine unter einem Sonnenschirm sitzende, die Szene beobachtende Frau dargestellt. In der innersten Kammer finden sich Efeublätter und geflügelte Sirenen als anspruchsvolle Dekorationen.

Neben diesem Grab liegt das Löwen-Grab, dessen Malereien zur Zeit in schlechtem Erhaltungszustand sind.

 

Kathedralmuseum

Die heutige Ausstellung besteht aus vier Abteilungen. Sie zeigen unterschiedliche Kunstgegenstände der ersten christlichen Jahrhunderte, aus dem hohen Mittelalter und aus der  »Moderne« bis zum 19. Jahrh.

Im Kathedralmuseum werden Gedenktafeln, liturgische Silber- und Goldgeräte, Ornate und Ölgemälde aufbewahrt. Interessant sind zwei aus der Werkstatt der »Embriachi« stammende Reliquienbehälter aus Holz und Elfenbein. Aufmerksamkeit verdienen dazu die berühmten und wertvollen Choralbücher des 15. Jahrhts., die aus der Benediktinerabtei Monte Oliveto Maggiore stammen. Dem Werk der »Miniatura di penna« (Buchmalerei) hatten sich die Olivetaner besonders verschrieben. Für das Malen der Miniaturen berief man bekannte Künstler wie Sano di Pietro, Francesco di Giorgio Martini und Liberale da Verona.

 

Kathedrale des hl. Secundianus

Die Kathedrale von Chiusi gehört zu den ältesten der Toskana. Sie wurde im Jahre 558 vom Bischof Florentinus erbaut und im Verlauf ihrer Geschichte mehrmals umgebaut. Noch bis heute bewahrt sie die ursprüngliche Architektur einer urchristlichen Basilika. In der Kathedrale wird der Leichnam der hl. Jungfrau und Märtyrerin Mustiola, der Schutzpatronin von Chiusi aufbewahrt. Ihr Festtag wird am 3. Juli begangen.

Im Presbyterium ist noch der Mosaikboden der Vorgänger-Basilika erhalten. Sehr interessant sind die 18 Säulen. Sie tragen die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennenden Bögen. Besonders schön sind die ionischen und korinthischen Kapitelle. Das Mittelschiff und die Apsis wurden am Ende des 19. Jahrh. von Arturo Viligiardi mit Scheinmosaiken ausgemalt. Er soll sich an der Mosaiken von Ravenna und Santa Maria Maggiore in Rom inspiriert haben.

 

 

Foto von Christian Kahnke 

Bemerkenswert sind das Taufbecken mit der Statue des Johannes des Täufers von Andrea Sansovino, die beiden langobardischen Inschriftstafeln an den Seiten des Zentraleingangs und ein schönes Altarbild die »Geburt Christi« in der Sakramentskappelle von Bernardino Fungai.

 

Katakombe der hl. Mustiola

Sie trägt diesen Namen, weil dort die heilige Schutzpatronin von Stadt und Diözese Chiusi im 3. Jahrh. n. Chr. begraben wurde.

Die Gesamtlänge der Stollen beträgt ca. 200 m. Die Grabnischen bestehen zum großen Teil aus Doppel- und Dreierbestattungen in Bogengräbern.

Der Haupteingang führt zur Krypta. Es gibt dort viele Inschriften; besonders interessant sind jene, die sich auf die ersten Amtsinhaber der Ortskirche beziehen: Lucius Petronius Dextrus, als Bischof im Jahre 322 verstorben, der Exorzist Sentius Respectus sowie ein Kind Aurelius Melitius.

   

Katakombe der hl. Katharina

Sie hat ihren Namen von einer kleinen Kapelle, die der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Katharina von Alexandrien, gewöhnlich mit einem Rad dargestellt, gewidmet ist, die früher auf dem darüberliegenden Hügel stand. Ursprünglich handelte es sich wohl um zwei völlig getrennte unterirdische Anlagen, Teil eines ausgedehnteren Nekropolenraumes, der sowohl die christlichen wie die heidnischen Gräber aufnahm. Im Inneren der Katakombe kann man in der Vorhalle eine schöne Urne aus Travertinstein bewundern, die mit zwei Liktorenbündeln und einem Togaträger verziert ist. Neben dem Altar sind zwei Säulen mit korinthischen Kapitellen; dahinter befinden sich die Galerien.

  

Labyrinth des Porsenna

Das Labyrinth des Porsenna ist ein großes, etwa 130 Meter langes  unterirdisches Netz von Stollen. Es handelt sich um ein findiges Dränierungs- und Wasserversorgungssystem, das sicher schon in Etruskerzeit verwendet wurde und sich unter der gesamten Stadt weiter entwickelte. Nach der Volksüberlieferung hat man diesen Irrgang immer mit dem »unentwirrbaren Labyrinth« identifiziert, das Grundlage des legendären Mausoleums von König Porsenna war, das Plinius in seinem Werk »Naturalis Historia« erwähnte.

Nach einer mittelalterlichen Sage wurde der Sarkophag dieses bedeutenden Königs in einer goldenen Kutsche mit 12 goldenen Pferden  und einer Henne mit 5000 Küken ebenfalls aus Gold bewacht.

Die Stollen führen zu einer großen römischen zirkelförmigen Zisterne mit Mittelsäule und Tonnengewölben, die man im 2.-1. Jahrh. v. Chr. aus Travertinblöcken errichtete.

Vom diesem Wasserspeicher kann man im Inneren den später erbauten Domturm besteigen. Der Turm beherrscht die umgebende Landschaft von unvergleichbarer Schönheit.

Stadt-Museum - unterirdische Stadt

Das Stadt-Museum – die unterirdische Stadt besteht aus drei Abteilungen. Die erste Abteilung »Il Labirinto« zeigt die Geschichte, die Ausgrabungen und den Mythus Porsennas, als unterirdische Stollen der Stadt. Die geführten Touren enden in der unterirdischen Inschriften-Abteilung. Dort sind in mehr als 140 Meter Stollen, als einziger Ausstellung mit etruskischen Grabinschriften in Italien, etwa 300 Aschenurnen und 200 Grabziegel mit Inschriften zu sehen.

In Chiusi will man tatsächlich zwischen dem 3. und 1. Jahrh. v. Chr. mehr Inschriften als in Rom oder in Athen gefunden haben.

Der Rundgang endet mit der Besichtigung eines unterirdischen »laghetto« (kleinen Sees). Der Speläologe, der ihn entdeckte, sagte dazu: »die Zeit scheint hier durch den Tropfen anzuhalten; oben geht das hektische Leben des Alltags weiter«.  

 

Autor Barbara Ramini

 

 

Museum in Chuisi
Informationen - Kontaktdaten - Öffnungszeiten
Museum bei Chuisi.pdf (98.79KB)
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